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Prelude 4
Wir nennen die Geschöpfe Giuseppe Zingalis eigentlich ungern Lautsprecher, denn der Begriff impliziert automatisch gängige Vorstellungen, die jeder im Umgang mit ebensolchen erfahren hat.
Hiervon aber wird man sich wohl verabschieden müssen, hat man die darbieterischen Leistungen eines Zingali-Pärchens kennengelernt. Allein die Alternativen in der Begriffssuche fallen nicht wirklich geschickter aus. Gäbe es vergleichbare „Lautsprecher“, so fielen unsere Vorbehalte.

So ist die Prelude 4 das gegipfelte Konzept eines wirklich preiswerten High End Lautsprechers. Ohne Reue kann man hier sparen und die anderen Komponenten dürfen vielleicht davon profitieren.

Cai Brockmann in Image Hifi 58 meint in seinem Test:
Giuseppe Zingali stattete einst ( Anmerkung EnVogue: tut er immer noch ) Tonstudios aus - und das ist seinen Kreationen durchaus anzuhören. Hier kommt ein Monitor, der auch im Wohnzimmer eine gute Figur macht.
... Der Prelude-4-Hochtöner ist natürlich schon aus Prinzip genügsamer. Und daher auch schneller bei der Musik. Und überhaupt ein Glanzstück, im wahrsten klanglichen Sinne des Wortes. Zingalis Omniray-Horn erfüllt, und zwar ohne jede angeblich so genretypische Verfärbung (gähn...), die hohen Zielvorgaben seines Schöpfers.
Im Verbund mit adäquater Bassbeschleunigung und einigermaßen stabiler Verstärkerpower stellt die Prelude 4 somit mühelos ein kompexes, harmonisch gestaltetes Bühnenbild in den Raum. Das erreicht zwar nicht unbedingt weltmeisterliche Tiefe bis zum Horizont, muss sich deswegen aber auch nicht im Mindesten verstecken. Dafür bietet die Italienerin nämlich eine in der horizontalen Bühnenausdehnung höchst akkurate, klar und deutlich fukossierte Aussicht aufs Geschehen - was mich erneut an typische Stärken von Abhörequipment im Tonstudio erinnert: Die Abbildung wird im Regelfall eher "upfront" und mit ungeschönter Direktheit geschätzt, als den unter beinharten Highendern so geliebten Begriff "Räumlichkeit" bis ins allerletzte Kubikzentimeterchen überzustrapazitieren.
Giuseppe Zingali scheint sich auch bei seinen Wohnzimmer-kompatiblen Konzepten an diese Maxime zu halten. Und noch an einige andere. So legt die Prelude 4 lieber eine professionelle - und bisweilen gnadenlose - Dienstbeflissenheit an den Tag, ohne jeden Anflug übertriebener oder gar klebriger Höflichkeit. Man bekommt genau das heraus, was man hereingibt; einen Sound-Galan oder hifidelen Prince Charming suche man bitteschön woanders. Eine Zingali schwebt nie über den Tatsachen, sondern gibt sich erdverwachsen, Basta!
Dazu gehören kurze und außerordentlich knackige, nicht unbedingt ultratiefe, aber beeindruckend standfeste Bässe, die auch überfallartige Partyprüfungen nicht krumm nehmen. Dazu gehört ein gelungener, fein ineinander greifender Übergang von den Tiefmitteltönern zum Omniray-Hochtöner, der Stimmen jederzeit präsente Durchsetzungskraft verleiht. Und dazu gehört auch ein - zumal für ein hornbestücktes Produkt - mehr als anständiges Rundumstrahlverhalten. Optimale Aufstellung und sorgfältige Ausrichtung belohnen die Lautsprecher mit mehr als nur einem Sweet Spot. An atmosphärischer Analytik fehlt es ohnehin nie. Oberste instrumentale Lagen, Sibilanten, harmonische Obertonstrukturen oder flirrende Details sind bei der Prelude 4 keine Frage des angestrengten Heraushörenwollens, sondern die reine Selbstverständlichkeit.
Image x-trakt
Interessenten sollten sich nicht vom eleganten Hochtonhorn aus Vollholz und zwei knuffigen Basstreibern täuschen lassen: Die Zingali Prelude 4 besitzt grundehrliche Monitor-Gene, die eindeutig im Tonstudio ihre Wurzeln haben. Dementsprechend nüchtern und hochbelastbar, dynamisch und angstfrei zupackend spielt die schlanke Italienerin auf. Ein erfolgreich domestizierter Abhörmonitor zieht hier sein unbeirrbares Ding durch, im Zweifelsfall für den Angeklagten. Das kann manchmal wehtun, muß es aber nicht: Mit feinen, ehrlichen Zuspielern entpuppt sich die Prelude 4 als ausgezeichneter Teamplayer. Und die Ablösesumme ist ausgesprochen fair.

Technische Daten

Abmessungen (B x H x T)
21 cm x 105 cm x 31 cm,
Gewicht 25 kg
mattschwarz
System
Bassreflex
Frequenzbereich
38 Hertz bis 21 Kilohertz
Nennimpedanz
6 Ohm
Wirkungsgrad
92 dB 1 Meter / 1 Watt
Übergangsfrequenz
1800 Hertz, 6 dB pro Oktave
Belastbarkeit RMS
150 Watt
empfohlene Verstärkerleistung
ab 15 Watt
Anschluss-System
Bi-Wiring
Komponenten
Tiefmitteltöner 2 x 170 mm, 36 mm Schwingspule
Druckkammertreiber 1 Zoll (25 mm), 25 mm Schwingspule
Vollholzhorn Tulipié 6 Zoll
Gehäusematerial
Front 40 mm MDF
Korpus 20 mm MDF
Oberflächenfinish
Front mattschwarz
Korpus Furnier lackiert, wahlweise natur, walnuß, rot
Preis: EUR 2.990,- p.P.

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