Vorverstärker 312
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PARAVICINI 312
Reference- Vorverstärker

Für über 20 Jahre war Tim de Paravicini´s E.A.R. Markenname gleichbedeutend mit Röhrenverstärkern von legendärer Qualität und Zuverlässigkeit. Klassiker wie die Endstufen der 500er Serie, die Vorverstärker 802, der G 88, der aus neuerer Zeit stammende Vollverstärker V 20 und seine Brüder 859 und 834 sind weltweit hochgelobte und von der Fachpresse ausgezeichnete Geräte.
Nun hat Tim de Paravicini seit Anbeginn der Transistorzeit allerdings Schaltungen in Halbleitertechnik designed, aber nie unter eigenem Markennamen produziert. Nachdem er in Zeiten der Transistordominanz mit der Tradition der meisten anderen Firmen gebrochen hat und Röhrenverstärker herstellte, bricht er jetzt mit seiner eigenen Tradition und stellt Transistorverstärker her.
Keine Sorge, der berühmte Paravicini-Klang geht nicht verloren. Tim ist der einzige uns bekannte Entwickler, der seine Vorstellung vom guten Klang mit Transistoren oder mit Röhren gleichsam erreicht.

Der PARAVICINI 312 hat nicht weniger als 8 Eingänge, drei davon symetrisch und übertragergekoppelt. Sechs Ausgänge, wieder drei symetrisch und alle ebenfalls übertragergekoppelt.

Wie man von einem E.A.R. Produkt erwarten kann, ist der Phonobereich Moving Coil ebenfalls über Übertrager angepasst. Selbstverständlich von herausragender Qualität und umschaltbar auf MM.

Die Basis-Schaltung des Vorverstärkers besteht aus lediglich drei Transistoren in Single-Ended Konfiguration. Dieses röhrenähnliche Design sorgt für eine äußerst saubere und klare Wiedergabe. Kompatibilität zu allen anderen Verstärkern ist durch übersteuerfeste Eingänge und störungsfreie Ausgänge gegeben.

Untypisch für Transistorschaltungen ist das Netzteil drosselgefiltert. Hier erreicht man ein brummfreies und sehr sauberes Gleichspannungssignal. Außerdem generiert das Netzteil nur sehr geringe Interferenzen in das Spannungsnetz..

Einfach aufgebaute Schaltungen sind stets ein Markenzeichen von E.A.R. gewesen. Der Qualität der eingesetzten Bauteile kommt hier eine überproportional große Bedeutung zu. Das eingesetzte Lautstärke-Poti ist mit dem Anzeigeinstrument gekoppelt und z. B. frei von jeglichen Kanalabweichungen. Gar nicht selbstverständlich gerade im unteren Lautstärkebereich.

Zuletzt soll noch einmal betont sein: Der Paravicini 312 setzt einen neuen Standart - für eine sehr lange Zeit.

Testauszüge aus IMAGE HIFI 4/2001 von Dirk Sommer.
Die Vorstufe versteht es ganz hervorragend, sich ins rechte Licht zu setzen - von der anheimelnden indirekten Beleuchtung einmal ganz abgesehen. Sofort nach dem Einschalten versprüht sie eine Menge Charme: Warme Klangfarben strahlen, schillern und funkeln. Kraftvoll sonore Bässe ergießen sich in den Raum, und vor dem Zuhörer tut sich - bei entsprechenden Scheiben - ein raumgreifendes, ungemein plastisches Panorama auf. Selbst scharfe Bläsersätze oder hart angeschlagenes Blech überschreiten nie die Grenze zur Aggressivität. Aber trotz dieser vornehmen Zurückhaltung gelingt es der 312 dank ihrer ungestümen Spielfreude mühelos, den Zuhörer völlig in den Bann zu ziehen.
Von de Paravicinis Empfehlung ermutigt, suche ich nach der richtigen Abschlußimpedanz für das Koetsu Urushi mit seinen fünf Ohm Innenwiderstand. Und die liegt bei 15 Ohm: Hier verbindet sich ein enorm tragfähiges Bassfundament aufs feinste mit quicklebendiger Dynamikentfaltung, luftiger Offenheit und einer großzügigen und doch sehr präzisen Raumdarstellung. Bei kleineren Besetzungen bleiben keine Wünsche offen, die Songs gehen direkt unter die Haut. Und selbst bei Großorchestralem bedarf es einer .... um die Grenzen des eingebauten Entzerrers zu erkennen. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, jemals eine derart überzeugende integrierte Phonostufe wie die des 312 gehört zu haben.



Flügel für die Ohren - Testauszüge aus Höerlebnis Nr.39
von Karl Ludwig Bonitz.
"...Kennen Sie übrigens den Namensgeber dieser Vorstufe? Tim de Paravicini dürfte einer der wirklichen Genies in der Zunft der HiFi-Entwickler sein. Wie zu hören ist, entwirft er komplette Schaltungen im Kopf, zeichnet sie kurz mal auf - und läßt sie bauen: ohne fliegenden Probeaufbau, Reihen von Meßprotokollen, ohne sich seine geistigen Werke auch nur anzuhören! So wie Schach-Groß-Meister ganze Bibliotheken von Partien im Kopf haben und Tuniere blind spielen können, scheint Paravicini die klanglichen Auswirkungen seiner Design-Entscheidungen voll im Griff zu haben. Das eigentliche Ergebnis seines Schaffens scheint dann gar nicht mehr so sehr sein Interesse zu finden. Das ist längst wieder von einer neuen Schaltungsidee gefesselt, auf die vor ihm noch keiner gekommen ist... So entstehen seit vielen Jahren Entwürfe für Studioequipment, Fremdfirmen (der legendäre Musical Fidelity A1X stammt z.B. "aus seiner Feder"), die Röhrenverstärker von E.A.R., die vor allem in Japan regelmäßig höchste Ehrungen erfahren - und jetzt erstmals Geräte, die er unter seinem eigenen Namen veröffentlicht.

Damit sind diese Vorstufe und die passenden Monoblock-Boliden natürlich echte Statement-Produkte, um so mehr, als der Meister hier für die eigene Firma erstmals auf Röhren verzichtet. Aber natürlich - das scheint er sich schuldig zu sein - ist diese Vorstufe so aufgebaut wie noch keine andere vor ihr: es fängt beim nicht ausgelagerten Choke-Netzteil an, gilt aber mehr noch für die üppige Verwendung von Symetrier-Übertragern. Die passen nicht nur jeden Eingang (7x Line,davon allein 3 symmetrisch!) wie in der Studiotechnik galvanisch getrennt an, sondern auch die einzelnen Verstärkerstufen sind jeweils durch Übertrager entkoppelt. Selbstredend wird auch das Phono-MC-Signal per Übertrager (in drei Stufen an den Innenwiderstand des Tonabnehmers anpaßbar) auf MM-Niveau transformiert. Insgesamt ein Aufwand, der so sonst von keinem Hersteller am Weltmarkt getrieben werden dürfte... "
"... Ausgesprochen hoch waren auf jeden Fall meine Erwartungen, als mir Hans Obels von EnVogue diese Vorstufe freundlicherweise persönlich ins Haus brachte, nachdem sie mich schon auf der High End so beeindruckt hatte, daß ich sie unbedingt näher kennenlernen wollte.
Die Ästhetik des Gerätes erinnert mich etwas an Jugendstil. Übrigens haben mich die beiden sehr massiven Griffe, deren nach unten abstrahlende Innenbeleuchtung den Bogen des Skalenfensters im dunkeln fortführt, zum Titel dieses Artikels inspiriert: " Fledermaus-segel-Ohren"! Die gut ablesbare Lautstärkeskala ist gelb angeleuchtet, die sauber laufende Seilmechanik des Zeigers dürfte sehr bewußt an Omas Röhrenradio erinnern. Quellenwahl wird durch Leuchtdioden im schwarz unterlegten Skalenbereich angezeigt, ebenso die beiden Funktionen "Mute" und "Tape Monitor".

"...Wenn ein Gerät so unorthodox einher kommt, der Entwickler alles anders macht als alle anderen, etwas Skepsis und Vorsicht sollte man da schon mal bei der Beurteilung walten lassen! Habe ich also getan - so für die ersten Takte, dann hatte mich die Musik - nicht das Gerät - in ihren Bann gezogen, die Nackenhaare sträubten sich, die Augen wurden feucht - kein Vertun, ein großer Wurf, Weltklasse, Traumgerät, was immer sie wollen!

Halt, notwendiger Einschub: Ich denke mir, daß Sie diesen Enthusiasmus alle paar Wochen bei einem neuen Gerät langsam nicht mehr lesen mögen. Schließlich kennen Sie das von meinen professionellen Kollegen, die ständig neue Referenzen küren... Dann muß ich Sie auch jetzt gleich schon schonend darauf hinweisen, in nächster Zeit kommen noch mehr sehr euphorische Berichte über eine Reihe sehr teuerer Produkte von mir. Auf meiner erneuten, inzwischen über einjährigen Suche nach dem Heiligen Gral des HiFi (in Wahrheit suche ich schon an die 30 Jahre), an dem ich Sie von Zeit zu Zeit teilhaben lasse, bin ich wirklich mehrfach fündig geworden, seien Sie also gewarnt! - aber eigentlich ist das doch Grund zur Freude: Es gibt jenseits des Massenmarktes wirklich viele gute und sehr gute Produkte, die wunderbar Musik in die eigenen vier Wände holen können!"

"... Zurück zu dieser traumhaften Vorstufe: Schon kalt aus der Kiste klingt sie auf Anhieb wunderbar, kaum eine Spur von thermischen Stabilisierungsprozessen, die erst nötig wären. ein deutliches Zeichen, daß der Entwickler weiß, was er macht.
Eigentlich reicht es schon, zu sagen, daß dies die musikalisch in fast jeder Hinsicht beste Vorstufe ist, die ich bisher hören durfte. Wenn ich im Folgenden doch einzelne Aspekte des klanglichen Geschehens herausgreife, tue ich dem Gerät zwangsläufig unrecht, denn seine hervorstechendste Eigenschaft ist eindeutig seine gänzliche untechnische Homogenität und sein feinrythmische federnder Fluß der Musik, der Emotionen von Musikern transportieren kann, daß es nur so eine Wonne ist!

Stille wird nicht mit abgrundtief "schwarzer" Stille reproduziert, zumal nicht bei Phono MC, dennoch wächst das musikalische Geschehen auf einer Basis von mehr Ruhe viel glaubwürdiger aus dem imaginären Konzertraum, als ich das gewohnt bin.
Erstaunlich die Fähigkeit, auch schlechte, harte, flach und grell aufgenommene CDs (ich spreche über 90% der Pop-Produktionen) noch gut klingen zu lassen, ohne dabei alles mit euphorischer Weichmacheersoße zu verkleistern. Selbst Britney Spears kann man sich damit anhören!
Nicht, daß man dem Gerät nur anhörte, daß es von einem eingefleischten Röhrenliebhaber stammt, vielmehr hört man, daß sowohl sehr gute Röhrenelektronik als auch diese Transistorschaltung Dinge richtig wiedergeben - z.B. Stimmen - denen allzuviele Transitorgeräte leider nicht gewachsen sind.

Auf Roger Waters "Amused to Death" findet sich, in schönster Pink-Floyd-Tradition, der sogenannte Q-Sound, Phasenschiebereien, die als herrlichste Raumeffekte ans Ohr dringen - wenn die Wiedergabekett phasenstabil arbeitet! Da gibt es ziemlich zu Anfang dieses Hundegeheul, dem ein zweites Tier, viel weiter weg, ebenso heulend antwortet: Mit der Vorstufe erstmals halb rechts hinter mir zu hören...
Auf natürlich aufgenommenen Platten bildet sich, wohl auch dank der vorzüglichen Auflösung, ein sehr differenziertes, kohärentes Raumbild, das den Ausgleich zwischen Konturschärfe einzelner Schallquellen und natürlich wirkender raumgröße hervorragend meistert.

Wissen Sie, wie eine Tabla klingt? Die "312" bringt es Ihnen nicht nur bei, sie vermittelt Ihnen auch noch ganz genau, zum Beispiel auf Oregons herrausragendem "Out of the Woods", ob Collin Walcott gerade mit Fingerkuppen oder Fingerflächen die Felle dieses indischen Percussionsinstruments in zarte Schwingungen versetzt. - Nicht oberlehrerhaft, sondern beiläufig im packenden Fluß dieser wunderbaren Musik. Ein so noch nicht gehörter Traum an musikalisch geschlossener, nicht sezierender Auflösung.

Dennoch hat gerade diese Auflösung auch Fehler meiner Kette hörbar gemacht, die vorher im Sumpf ungenauer Wiedergabe verborgen geblieben waren. So sei bei der Auswahl des Tonabnehmers zu höchster Justage-Genauigkeit und zur optimalen Abstimmung auf die Phonosektion des Paravicini geraten.
Ebenso verdient das Gerät ein gutes Netzkabel: Mühelos werden hier Qualitätssprünge hörbar gemacht. Ich glaube übrigens nicht, daß ich die Möglichkeiten dieser Vorstufe mit den anderen Gliedern der Kette wirklich ausgeschöpft habe.

Kaum in die Anlage geschleift, "verschwindet" die Paravicini, es ist nur einfach mehr Musik da. Aber wehe, wenn man Wochen später den Schritt wieder zurück auf ein anderes, keineswegs schlechtes Gerät machen muß! das grausame Los des Testers...(Ich muß hier mit noch entschuldigen, das ich das gute Stück eine Woche länger hierbehalten habe als versprochen. Mildernde Umstände liegen auf der Hand!)

"... Auch dafür, daß meine Kette selbst mit der Paravicini-Vorstufe ein (recht hohes) Mindestmaß an Lautstärke braucht, um die Musik atmen und leben zu lassen, mag ich nicht dieses Gerät verantwortlich machen, es könnte sogar in der Natur der Musik selbst liegen...

Sie werden es mitbekommen haben, trotz des Preises eines Mittelklasseautos, trotz kleiner Mäkeleien, mein Fazit fällt äußerst positiv aus. Dieses Gerät macht Musik auf eine Weise lebendig, die nicht HiFi-Kriterien genüge tut - das natürlich so nebenbei auch - sondern die Form und Gehalt, die Kunst an sich, erlebbar macht wie noch keine vor ihr. Welcher Mittelklassewagen kann das schon?

Wenn Sie jetzt Ihr Scheckbuch bitte zücken wollen...?"

Technische Daten

Eingänge
4 Hochpegel + Tape Ein / Ausgang asymetrisch
3 Hochpegel symetrisch
1 Phono MM / MC

Ausgänge
3 symetrisch
3 asymetrisch

Maße B x H x T:
430 mm x 145 mm x 350 mm

Gewicht
15 kg

Warmes Licht statt Röhrenglimmen: Sanft wird die Beleuchtung der Skalarundung unter den Griffen vollendet.
Anschlußvielfalt á la Paravicini: Insgesamt 7 Eingängen, 6 Ausgängen und der excellente Phonoeingang.

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